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 Artikel 1a - eine neue Sammlung - Das müssen Sie lesen - Leitzinsentwicklung 2001 - Teil 2

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Startseite > Artikel > Leitzinsentwicklung 2001 - Teil 2

Artikeldatum: 2011-04-27 | Autor: Antonia Diskreta | Aufrufe: 10568 | Kategorie: Finanzen-Versicherungen

 

Leitzinsentwicklung 2001 - Teil 2

Für südliche Länder in der Finanzkrise sind allerdings nicht die Zinsen ausschlaggebend für die weitere Entwicklung. Hier sind es eher die Risikoaufschläge, die von den Investoren erhoben werden, weil die Finanzpolitik unsolide ist. Und da der Stabilitätskurs der Europäischen Union des Öfteren angezweifelt wird, wird die Krise weiter andauern.


Was in der Europäischen Union fehlt, sind eingespielte Mechanismen, mit Schuldenkrisen umzugehen. Die Gemeinschaft ist zwar bereit, Mitgliedern in Not zu helfen, aber an klaren Sparprogrammen fehlt es. Es steht allerdings fest, dass nach einer langen Durstrecke und keiner Veränderung des Leitzinses mit der Erhöhung um 0,250 Prozentpunkte eine Wende eingeleitet wird und sich die Politik des „billigen Geldes“ dem Ende zu nähern scheint.


 Es bleibt abzuwarten, ob die nächsten Zinssteigerungen schon Ende dieses Jahres bekannt gegeben werden. Betrachtet man die Entwicklung des Leitzinses, der von der Europäischen Zentralbank festgelegt wird, so ging er in der Vergangenheit stetig zurück, bevor er bei einem Prozentpunkt mehrere Jahre stagnierte.


Schuld an diesem Fall trug die Pleite von Lehman Brothers in den USA. Jetzt hat Jean-Claude Trichet, der Präsident der Europäischen Zentralbank, bekannt gegeben, dass der Leitzins um 0,25 Prozentpunkte erhöht wird. Diese Erhöhung begründet er mit Teuerung von Lebensmitteln und Energie.


Gerade der starke Anstieg des Ölpreises spielt hier eine entscheidende Rolle. Die Festlegung der Leitzinsen soll in erster Linie dazu dienen, die Konjunktur und die Preisentwicklung zu unterstützen und zu stabilisieren, damit die Bevölkerung nicht so verunsichert ist. Trotz alledem hat nach Griechenland und Irland nun schon das dritte Land der Europäischen Union Finanzierungshilfen angefordert. Portugal steckt in einer Finanzkrise und rettet sich mit seinem Gesuch unter den Rettungsschirm der Europäischen Union.


 Es wird damit gerechnet, dass Portugal um die 80 Millionen Euro als Hilfe benötigt. Und nachdem dieser Fall bekannt wurde, schauen die Experten schon in das nächste Land. Es stehen Gerüchte im Raum, dass auch das Nachbarland Portugals, nämlich Spanien, sich auch in einer Finanzkrise befindet. Noch werden diese Gerüchte allerdings von der spanischen Regierung vehement dementiert und darauf hingewiesen, dass Spanien eine solide Finanzpolitik nachweisen kann.


Doch gerade die Verbraucher der Südländer der Europäischen Union sind nun durch die Leitzinserhöhung stark betroffen. Hier führt die Erhöhung nämlich zu einer Verteuerung der Baukredite, da die Immobilienkredite in diesen Ländern in der Regel lediglich eine Laufzeit von zwölf Monaten besitzen. Außerdem ist in diesen Ländern die Arbeitslosigkeit sehr hoch. Auch dies führt zu Zahlungsproblemen, die die Banken sehr belasten. Durch die Arbeitslosigkeit befürchten die Südländer auch enorme Einbußen beim Wirtschaftswachstum. So ist auch erklärbar, warum sich Portugal nun unter den Rettungsschirm der Europäischen Union flüchtet. Kritiker halten dagegen, dass diese Finanzierungshilfen für Länder in Not keine dauerhafte Lösung des Problems darstellen und den Finanzmarkt nicht immer wieder aufs Neue belasten können.


Finanzierungshilfen schaffen zwar schnelle Abhilfe, doch ist es wichtiger, dass den Krisenländern genügend Zeit eingeräumt wird, in denen sie Sparprogramme entwickeln und auch umsetzen können. Und um solche Programme und Ideen zum Laufen zu bringen, braucht man vor allem Zeit, sodass die Finanzprobleme langfristig und dauerhaft bekämpft werden können.


 Die Politik sieht in Euro-Anleihen eine Lösung dieses Problems. Dies bedeutet, dass die Euro-Länder gemeinsam Geld am Kapitalmarkt aufnehmen und diese Gesamtsumme an einzelne Länderhaushalte verteilen. So wird der europäische Finanzmarkt für Investoren berechenbarer und liquider. Experten sehen in den Staatsanleihen allerdings keine dauerhafte Lösung. Sie sehen darin eher eine Umverteilung der Schuldenlast. Es wird befürchtet, dass durch die Anleihen die Sparprogramme, die von den Ländern in Not angestrebt werden, negativ beeinflusst werden. Und gerade diese Sparprogramme sind doch der Schlüssel zu einem Weg raus der Krise und sollten oberste Priorität genießen. Auch hierzulande gibt es Kritiker und Befürworter der Leitzinserhöhung.


 Bereits die Ankündigung der Leitzinserhöhung führte dazu, dass der Eurokurs auf dem Devisenmarkt um einen Cent angestiegen ist. Dieser Effekt ist als durchaus positiv zu beurteilen. Außerdem ist die Leitzinserhöhung ein Zeichen dafür, dass die drohende Inflation nicht hingenommen wird. Derzeit wird mit einer Inflationsrate für das kommende Jahr von 2,6 Prozent gerechnet. Die Europäische Zentralbank hatte allerdings ein Inflationsziel von nur zwei Prozent angegeben, sodass ein Erreichen dieses Ziels gefährdet war. Die Erhöhung des Leitzinses sorgt dafür, dass dieser Entwicklung der Inflationsrate entgegengewirkt wird. Es ist nämlich so, dass höhere Zinsen zu einer Euroaufwertung am Markt führen und somit Geldanlagen in der Gemeinschaftswährung eine höhere Attraktivität haben.


Eine Folge wird sein, dass die Einfuhren von Rohöl beispielsweise billiger werden und so die Inflation gedämpft wird. Die Zinserhöhungen bewirken also, dass die Europäische Zentralbank ihre Handlungsfähigkeit zurückgewinnt. Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen allerdings, dass eine einmalige Zinserhöhung nicht dazu in der Lage ist, einer Inflation Einhalt zu gebieten. Experten rechnen daher fest damit, dass dieser Zinserhöhung bald weitere folgen werden. Sie spekulieren darauf, dass der Zinssatz im Herbst bei 1,75 Prozentpunkten liegen wird und im Jahre 2013 schon bei rund drei Prozent angekommen ist. Gerade mit Blick darauf, dass die hohen Rohstoff- und Energiepreise für eine Teuerungsrate von 2,6 Prozent gesorgt haben und somit das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent überschritten ist, ist eine weitere Zinserhöhung nicht auszuschließen.


 Schließlich zeigt die Erfahrung, dass die Zinserhöhung um einen Prozentpunkt ein Absinken der Teuerungsrate von ungefähr 0,2 bis 0,4 Prozentpunkten zur Folge hat. Jean-Claude Trichet hat diesen Schritt allerdings noch offen gelassen. Verbraucher können nach der Leitzinserhöhung damit rechnen, dass die Zinsen bei Verbraucher- und Dispokrediten steigen werden. Sparer können sich wohl über höhere Zinsen für Fest- und Tagesgeld freuen. Neben den Sparern begrüßen auch die Banken und Bankverbände den Schritt der Leitzinserhöhung. Gewerkschaften dagegen gehören zu den Kritikern dieses Schrittes. Eine Zinserhöhung bedeutet nämlich immer auch eine Belastung von Staatsfinanzen, Wachstum und Bevölkerung. Dies hat weitere Ausgabenkürzungen, gerade in den arg gebeutelten Krisenländern der Europäischen Union zur Folge.


 Insgesamt steht Deutschland der Leitzinserhöhung aber positiv gegenüber. Schließlich ist diese Erhöhung auch ein wichtiges Signal an die Verbraucher. Denn gerade die Verbraucher sind durch die Finanzkrise in der Vergangenheit schwer verunsichert und fürchten um den Wert ihrer Spareinlagen. Die Europäische Zentralbank tritt aber extra als unabhängige Bank auf, die keine Interessen der Politik vertritt. Ihr oberstes Ziel ist die Preisstabilität im Euro-Raum und dieses Ziel will sie nie aus dem Auge verlieren. Und da dieser Kurs so konstant beibehalten wird, sieht der Verbraucher in der Europäischen Zentralbank eine verlässliche Konstante in einer Welt der Unsicherheit. Durch die Prämisse der Zentralbank bleiben Renten, Lebensversicherungen und Spareinlagen stabil und auch die Kredite für Wirtschaft und einzelne Unternehmen werden nicht spürbar steigen.


Das Vertrauen der Menschen ist der Europäischen Zentralbank sehr wichtig. Anstatt also auf höhere Inflationsraten zu spekulieren, um die eigenen Schulden bequem und schnell wieder loszuwerden, setzt die Politik der Euro-Länder lieber darauf, mit Sparprogrammen die eigenen Finanzen wieder in Ordnung zu bringen. Alles andere würde nur dazu führen, dass der Euro weiter geschwächt wird und somit die Spekulationen am europäischen Finanzmarkt weiter zunehmen. Und dies würde dem Ziel entgegenstehen, dass die Euro-Länder stets eigenverantwortlich handeln


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